18© dein-suedafrika.deDer ÖSAC wurde im Jahre 1977 gegründet. In den folgenden Jahren entstanden gleichnamige Vereine auch in den Landeshauptstädten Bregenz, Graz, Klagenfurt, Linz und Salzburg, von denen derzeit lediglich der Club in Linz weiter besteht und sich großartig weiterentwickelt hat.

Der ÖSAC in Wien verstand sich während dieser Zeit stets als Koordinator zwischen den Vereinen in den Bundesländern.
Die Aufgaben und Aktivitäten des Clubs waren stets geprägt von Menschen, denen das Schicksal Südafrikas am Herzen lag. In der Zeit bis 1994 war der ÖSAC Forum für Wissenschaftler, Politiker, Wirtschaftsfachleute sowohl aus Österreich, Deutschland, der Schweiz und Südafrika, die aus verschiedenen politischen Lagern und Weltanschauungen kommend, ihre Sicht der Situation in und um Südafrika zur Diskussion stellten. Nicht politische Propaganda sondern Information sollte betrieben werden. Einerseits für allgemein an Südafrika Interessierte im Rahmen von Vorträgen und ähnlichen Veranstaltungen, dann aber auch darüber hinaus mit Informationsveranstaltungen wie den mehrtägigen Seminaren für Lehrer und anderen Multiplikatoren. Diese Seminare fanden in der Zeit von 1982 bis 1991 jährlich einmal statt. Das Ziel all´ dieser Veranstaltungen war klar: es sollte der allgemeine Wissensnotstand über das Südafrika und seine Bürger verringert und ein seriöser Meinungsaustausch gefördert werden! Dabei ging es nicht um die Schaffung eines geschönten Bildes: bewusst wurden auch Kritiker – Journalisten, ebenso wie Politiker aus dem In- und Ausland eingeladen, ihre Meinung darzustellen.
Es soll und kann nicht verhehlt werden, dass wir mit den Sanktionen und dem Boykott gegen Südafrika nie einverstanden waren und immer alles daran setzten, um durch Aufklärung diese international beschlossenen Maßnahmen gegen Südafrika, welche alle Schichten der Bevölkerung gleichermaßen trafen, zu minimieren.
01302613© dein-suedafrika.deDer Club konnte in einigen Fällen als inoffizieller Vermittler zwischen internationalen öffentlich –rechtliche Körperschaften, mithelfen, politisch, wirtschaftlich und kulturell Gesprächsgrundlagen zu erhalten oder neu zu schaffen.

Als führendes Mitglied der EUROSA, der Vertretung aller in Europa tätigen südafrikanischen Freundschaftsorganisationen, konnte unser Club dazu beitragen, anlässlich vieler Gelegenheiten auch südafrikanischen Politikern unsere Position darzustellen und und in vielen Fällen grundsätzlich Zustimmung erfahren: Wir hielten die Bestimmungen der Apartheid unerträglich, votierten für die Einbeziehung aller Rassen in die politischen Entscheidungsprozesse, wollten ein Südafrika, wo es ein friedliches Miteinander zum Wohle aller Bürgerinnen und Bürger geben sollte. Nur wussten wir aus eigenem Erleben in Südafrika, dass der Weg dorthin steinig sein würde und nur behutsam, schrittweise umgesetzt werden könnte.


Mit dem Zusammenbruch der UdSSR und der kommunistischen Satellitenstaaten fiel die finanzielle Unterstützung der verschiedenen linken Freiheitsbewegungen und deren teilweise terroristischen Aktivitäten weg: Die Zeit der Verhandlungen schien gekommen. Wieder konnte unser Club diese Veränderungen in Europa, insbesondere in Österreich im Rahmen vieler Vorträge und Diskussionsrunden kommunizieren. Es war für die Funktionäre unseres Clubs eine harte Zeit, denn nach außen hin unterstützten wir „ohne wenn und aber" diesen Veränderungsprozess, welchen wir schon viele Jahre inhaltlich vertraten, andererseits kam es clubintern zu großen Spannungen: vielen Mitgliedern konnten wir das sich entwickelnde „Neue Südafrika" nicht plausibel machen, zu viele negative Erlebnisse in Südafrika haben sie geprägt..... Viele wertvolle Mitglieder mussten wir ziehen lassen, da sie nicht bereit waren, mit uns den neuen Weg zu gehen.

tonkruege© dein-suedafrika.deLag der Schwerpunkt unserer Clubveranstaltungen bis 1994 weitgehend auf politischen und wirtschaftlichen Themen, haben wir auch kulturelle einiges zu bieten gehabt: Konzerte, Gemäldeausstellungen, Lesungen, südafrikanische Chöre konnten wir dem interessierten Publikum ebenso vorstellen, wie anlässlich unserer regelmäßigen Clubreisen die Vielfalt des südlichen Afrikas.
Nicht zuletzt soll erwähnt werden, dass wir bei der Grundbeschaffung, der Planung, der Realisierung des SOS- Kinderdorfs Kapstadt, sowie der multi-rassischen Organisation desselben, initiativ mitwirkten. Die Finanzierung des für die Kinder attraktiven Hauses „Oberösterreich" in diesem SOS-Kinderdorf wurde maßgeblich durch den ÖSAC Linz, gemeinsam mit der OÖ-Landesregierung, auf die Beine gestellt.

In den letzten Jahren wurden unsererseits einige Sozialprojekte unterstützt. So auch der Ausbau eines Heimes für missbrauchte Mädchen in Kapstadt.
So sieht uns die veränderte Situation in Südafrika vor neuen Aufgaben. 37 Jahre ÖSAC sind aus den Beziehungen zwischen Österreich und Südafrika nicht wegzudenken. Wir werden uns auch in Zukunft den an uns herangetragenen Anforderungen im Rahmen unserer bescheidenen Mittel zu stellen wissen.